Fluidtechnik-Lexikon
Hier finden Sie alles rund um die Thematik Fluidtechnik in insgesamt 2500 Stichworten, 983 Abbildungen und Formeln und über 6000 Querverweisen zusammengefasst. Das O+P-Fluidlexikon konnte Dank einer Kooperationsvereinbarung mit den Vereinigten Fachverlagen exklusiv integriert werden.
Druckluftqualität [quality of compressed air]
Die Anforderungen an die D. streuen sehr breit: sie reichen von steriler Atem- und Arbeitsluft über Prozeßluft bis zur einfachen Werkstattluft. Entsprechend individuell ist die Wahl der notwendigen Aufbereitungsmaßnahmen. Diese Vielfalt erschwert die Standardisierung von Qualitätsklassen. Trotzdem sind Normungsversuche auf ISO-Ebene im Gang.
Die meisten Anforderungen an Feststoffteilchen beziehen sich auf Teilchengrößen bis ca. 3 μm, die mit normalen Druckluftfiltern gut erreichbar sind. Darunter, d. h. bis ca. 0,01 μm benötigt man Feinstfilter, die auch zum Herausfiltern von Öl-Schwebetröpfchen geeignet sind.
Die Entfernung von unerwünschten Gasanteilen (z. B. Öldämpfen) — mit Ausnahmen von Wasserdampf, der durch Trocknen ausgeschieden wird — erfordert bestimmte Adsorptionsmittel bzw. Spezialfilter.
In einem Punkt wird auch die Qualität der Abluft kritisch betrachtet: die durch die Ölnebelschmierung in die Abluft gelangenden Öltröpfchen bis herab zu den Aerosolen sind zunehmend unerwünscht. In diesen Fällen muß man entweder auf ölfreie Druckluft umschalten oder mit Sammelleitungen für die Abluft arbeiten.
Grob gegliedert gilt für die Qualität nach Pneurop 6601:
- Werkstattluft und Arbeitsluft für grobe Werkzeuge: 40 μm;
- normale Arbeitsluft einschließlich Druckluftmotoren und Pneumatik: 5 μm;
- Steuerluft für Meß- und Regelungstechnik: 1 μm;
- Prozeßluft mit hohen Anforderungen (z. B. Lebensmitteltechnik, Elektronik, Lackieren) unter 1 μm bis 0,01 μm.

