Fluidtechnik-Lexikon
Hier finden Sie alles rund um die Thematik Fluidtechnik in insgesamt 2500 Stichworten, 983 Abbildungen und Formeln und über 6000 Querverweisen zusammengefasst. Das O+P-Fluidlexikon konnte Dank einer Kooperationsvereinbarung mit den Vereinigten Fachverlagen exklusiv integriert werden.
Geräuschabstrahlung [noise radiation]
Entsteht durch Umsetzung von Körperschall in Luftschall, wenn sich die Schwingungsgeschwindigkeit senkrecht zur strahlenden Fläche des körperschallbewegten Teiles auf die angrenzende Luft überträgt. Dabei ist die abgestrahlte Schalleistung bei gegebener Frequenz proportional zum mittleren Schnellequadrat auf die abstrahlende Maschinenoberfläche.
Da die Schwinggeschwindigkeit um so größer ist, je kleiner das Verhältnis Masse zu Oberfläche des schwingenden Körpers ist, sind Bleche die besten Strahler in der Hydraulik (z. B. Behälterwand, Montagewand u. a.
Hydraulik [hydraulics]:
Für diese Aufgabe werden Primär- und Sekundärmaßnahmen eingesetzt.
Primärmaßnahmen [primary noise control measures] sind die Summe aller — meist konstruktiver Maßnahmen, die die Geräuschentstehung in der Pumpe herabsetzen.
Sekundärmaßnahmen [secondary noise control measures] sind die Summe aller Maßnahmen, die der Maschinenkonstrukteur ergreifen muß, um die Lärmabstrahlung durch Einbaumaßnahmen der Hydraulikelemente zu verringern. Hierzu zählen
- geeignete Auswahl der Pumpen bezüglich der Bauart, Drehzahl, Druck u. a., wobei der Einfluß der Drehzahl besonders stark ist.
- Maßnahmen, die die Abstrahlung der Schwingungen aufgrund der Pulsation in den Pumpen verhindern, d. h. Abkoppeln des Körperschalls, z. B. durch schwingungsdämpfende Befestigungen. Sie stellen den Hauptanteil der Sekundärmaßnahmen.
- Maßnahmen, die die Weiterleitung der Schwingungen verringern, d. h. Abkoppeln des Flüssigkeits- und des Luftschalls, vorwiegend mit Schalldämpfern.
- Maßnahmen, die die Erzeugung von zusätzlichen Schwingungen, z. B. in Ventilen, vermeiden.
Pneumatik [pneumatics]:
In der Pneumatik treten neben den aperiodischen Ventil- und Zylindergeräuschen (z. B. Aufschlaggeräusche) in der Regel nur die Ausströmgeräusche der Luft aus dem Zylinder (Motor, Ventil) auf. Dieser Düsenlärm genannte Schall entsteht durch die Turbulenz des austretenden Strahls, die in unmittelbarer Nähe des Austritts am größten ist (Geräuschentstehung).
Der Düsenlärm wird mehr oder weniger erfolgreich mit Schalldämpfern, die meist aus Sinterwerkstoffen hergestellt und zunehmend mit einem Filter kombiniert werden (zum Auffangen von Öltröpfchen Filterschalldämpfer) bekämpft.

