Fluidtechnik-Lexikon

Hier finden Sie alles rund um die Thematik Fluidtechnik in insgesamt 2500 Stichworten, 983 Abbildungen und Formeln und über 6000 Querverweisen zusammengefasst. Das O+P-Fluidlexikon konnte Dank einer Kooperationsvereinbarung mit den Vereinigten Fachverlagen exklusiv integriert werden.


Geräuschentstehung [noise generation]

In der Hydraulik [in hydraulics]:
Die von hydraulischen Anlagen und Geräten verursachten Geräusche sind durchweg körperschallerregt und haben im wesentlichen drei Ursachen (Bild G 3 a):

  • Periodische Geräusche in der Pumpe bzw. der Flüssigkeitssäule aufgrund der Druckwechselvorgänge und der Volumenstromschwankungen in der Pumpe. Sie steigen mit Drehzahl und Druck (Bild G3 b).
  • Strömungsgeräusche in Rohrleitungen und Ventilen.
  • Aperiodische Geräusche als Folge von Schaltvorgängen in Ventilen und Zylindern.

Am meisten stören die periodisch verlaufenden Geräusche, die aus der Pumpe kommen. Dabei überwiegt bei Zahnradpumpen der Einfluß der Förderstrompulsation und bei Kolbenpumpen der Einfluß der Druckanstiegsgeschwindigkeit.
Alle diese Schwingungsvorgänge führen zu Körperschall in den umgebenden Geräteteilen, der dann von deren Oberfläche abgestrahlt wird (Bild G 4). Das kann durch Sekundärmaßnahmen beeinflußt werden.

In Druckluftanlagen [in compressed air]:
Man unterscheidet im wesentlichen drei Geräuschursachen:

  • Wirbellärm [vortex noise] entsteht am Drucklufterzeuger durch aerodynamische Kräfte infolge einer Wechselwirkung zwischen einem festen Körper und der strömenden Luft;
  • Pulsationslärm [pulsation noise] entsteht an Kolbenkompressoren durch periodische Vorgänge beim Ansaug- und Ausstoßvorgang bzw. durch periodische Druckschwankungen der Luft infolge Rotativbewegungen zwischen Laufrad und Leitschaufeln beim Turbokompressor. Wirbellärm und Pulsationslärm können wirkungsvoll durch Kapselung unterdrückt werden.
  • Düsenlärm [nozzle noise] entsteht, wenn ein freier Strahl entspannter Luft aus pneumatischen Geräten (Ventilen, Zylindern, Motoren) austritt. Der D. wird durch die Turbulenz des Strahls verursacht, die unmittelbar nach dem Düsenaustritt am größten ist (Bild G 5 a). Dabei treten Schalldrücke bis 110 dB(A) auf (b). Dieser Düsenlärm wird vorwiegend durch Schalldämpfer bekämpft.