Fluidtechnik-Lexikon
Hier finden Sie alles rund um die Thematik Fluidtechnik in insgesamt 2500 Stichworten, 983 Abbildungen und Formeln und über 6000 Querverweisen zusammengefasst. Das O+P-Fluidlexikon konnte Dank einer Kooperationsvereinbarung mit den Vereinigten Fachverlagen exklusiv integriert werden.
Sprungantwort [step response]
Zeitlicher Verlauf eines Ausgangssignals als Ergebnis einer Sprungfunktion am Eingang.
Wird die Änderung des Ausgangssignals auf die Sprunghöhe des Eingangssignals bezogen, spricht man von der Übergangsfunktion (DIN 11 229).
Dabei kann man beim Verzögerungsglied höherer Ordnung folgende Begriffe unterscheiden (Bild S 76):
Verzugszeit T u [lag time]:
Die durch den Punkt t o und den Schnittpunkt der ersten Wendetangente mit der Abszisse bestimmte Zeit.
Ausgleichszeit T g: Die durch die Schnittpunkte der Wendetangente mit der Abszisse und dem Wert im Beharrungszustand bestimmten Zeit.
Anschwingzeit [build-up time (to reach mean oscillation amplitude)]:
Zeit, die vom Zeitpunkt t o an vergeht, bis die S. erstmalig eine der Grenzen der Einschwingtoleranz erreicht hat.
Einschwingzeit [build-up time (to complete first full oscillation)]:
Zeit, die vom Zeitpunkt t o an vergeht, bis die S. letztmalig eine der Grenzen der Einschwingtoleranz erreicht und innerhalb dieser verbleibt.
In der Regel haben sich hydraulische Systeme nach einer Zeit von 3 bis 5mal der Zeitkonstante beruhigt (d. h. T B = 3—5 T).
Einschwingtoleranz [build up tolerance [to first complete oscillation]]:
Differenz der zu vereinbarenden größten und kleinsten zulässigen Abweichung der Sprungantwort vom Grenzwert.
Überschwingweite der Regelgröße [overshoot [of controlled variable]]:
Größte vorübergehende Istwertabweichung während des Übergangs von einem Beharrungszustand in einen neuen nach einer Änderung der Störgrößen oder der Führungsgrößen (v m im Bild S 76) (DIN 19 226).

- Abbildung S 76: Sprungantwort eines Übertragungsgliedes

