Fluidtechnik-Lexikon
Hier finden Sie alles rund um die Thematik Fluidtechnik in insgesamt 2500 Stichworten, 983 Abbildungen und Formeln und über 6000 Querverweisen zusammengefasst. Das O+P-Fluidlexikon konnte Dank einer Kooperationsvereinbarung mit den Vereinigten Fachverlagen exklusiv integriert werden.
Druckbegrenzungsventil (DBV) [pressure relief valve]
Ventil, durch das der Eingangsdruck begrenzt wird, indem das in Ruhe geschlossene Funktionselement beim Erreichen des eingestellten Drucks den Ausgang zur Atmosphäre (bei Druckluft) oder zum Behälter freigibt. Das geschieht durch Öffnen gegen eine Schließkraft. DBV liegen stets im Nebenschluß.
Soweit das DBV zur Absicherung eines Kreislaufs oder einer Anlage gegen Überdruck dient (früher „Sicherheitsventil“) gehört es zu den wichtigsten Elementen einer Anlage. Es wird auf den Nenndruck eingestellt und sollte stets in Pumpennähe angeordnet und gegen unbefugte Verstellung gesichert sein.
Da DBV stets vom jeweiligen Druck beaufschlagt werden, müssen sie in Ruhestellung hermetisch dicht sein. Daher werden hier nur Sitzventile eingesetzt. Das gilt jedoch nicht für die Absicherung von Teilkreisen bei Drücken unterhalb des Nenndrucks.
Direkt gesteuerte DBV [direct relief valve]:
Der Ansprechddruck wird bestimmt durch die direkt auf den Kegel wirkende Ventilfeder, deren Steifigkeit den Druckanstieg zwischen Öffnungsbeginn und -ende (bei vollem Durchfluß) bestimmt (Bild D 52). Das kann beträchtliche Überschreitung des Einstelldrucks bedeuten. Daher werden direkt gesteuerte DBV meist nur für kleine Nenngrößen eingesetzt.
Vorgesteuerte DBV [piloted relief valve]:
Das Schließelement wird durch Mediumsdruck beaufschlagt, der von einem Vorsteuerventil gesteuert wird (Bild D 53). Dadurch wird die Druckdifferenz zwischen Öffnungsbeginn und -ende sehr klein. Vorgesteuerte DBV sind daher die gebräuchlichste Bauweise zur Absicherung von Anlagen.

